Dezember 2015

Miteinander – wie sozial sind Yogis wirklich?

Das aktuelle Yoga Journal wirft diese berechtigte Frage auf. Was tun wir mit den Ideen der yogischen Philosophie, uns selbst in anderen zu erkennen, zu sehen, dass wir alle eins sind. Klingt wunderschön, aber was bedeutet das konkret für unser Handeln?

Wie bewußt sind uns Yogis die Yamas und Niyamas aus Patanjalis Yoga Sutra im Alltag? Wie beeinflussen sie unser Verhalten? Oder Babajis Lehre von Wahrheit, Einfachheit und Liebe?
Alles wegatmen, für den Weltfrieden meditieren oder aktiv werden und konkrete Hilfe anbieten, fragt das Yoga Journal.

Ich finde, von allem etwas, diese Dinge passieren ja auf verschiedenen Ebenen.
Was nicht heißt, dass jeder alles machen muss. Man kann Aktivisten auch durch Energie und das Verbreiten von Informationen unterstützen.

Es sollte kein Muß geben, an dem Menschen gemessen werden. Aber es wäre schön, wenn wir uns bewusst fragten, was wir tut können, und tun wollen. Als alleinerziehende Mutter einer Dreijährigen mit einer doppelten Selbständigkeit (Naturheilpraxis und Yogastudio) sind meine Kapazitäten für Aktionen eher begrenzt. Ich nehme meine soziale Verantwortung vor allem bei den mich direkt umgebenden Menschen wahr.

Das Kashi Yoga Sangam  Bochum ist an das Bochumer Flüchtlingshilfenetzwerk angeschlossen, wir sammeln Sachspenden und unterstützen damit auch die Wittener Flüchtlingshilfe.
Es gibt im KYS regelmäßig Charity Veranstaltungen, wie das Kirtan singen und Ninas Morning Sadhana, bei denen Spenden für das Shree Baba Haidakhan Charitable and Research Hospital gesammelt werden. Dies ermöglicht den sehr armen Bewohnern der Kumaon Region  unter anderem freie Behandlung und Unterkunft im Hospital, sowie Transport hin und zurück zu teils sehr abgelegenen Dörfern. Die Spendenbox ist aber auch sonst immer präsent und wird von unseren Yogis regelmäßig gefüllt.

Ich frage mich natürlich auch, ob das reicht, ob ich genug tue. Aber es ist das, was ich zur Zeit tun kann, und gut tun kann. Es ist vielleicht gewagt, so frei zu zitieren, aber ich trau mich mal:
Meine Seele ist auch die Seele der anderen.
Insofern glaube ich, das alles ankommt, das Atmen, Meditieren und der konkrete Aktivismus. Der eine Yogi kann vielleicht dies besser, die andere Yogini das andere. Es geht um unsere bewussten täglichen Entscheidungen.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein schönes Fest und ein gutes Neues Jahr.